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Thomas Kauba

0341 / 64 07 19 90

Einleitung „Wege zur Musik“

Ich höre die Musik jetzt ganz anders! sagte mir jüngst eine Teilnehmerin nach einem Vortrag. Meine Zuhörer möchte ich teilhaben lassen an dem Erlebnis, die geheimnisvolle Sprache der Musik ein wenig zu entschlüsseln. Dazu brauchen sie keine musikalischen Vorkenntnisse oder gar Notenkenntnisse.

Jede große Musik erzählt eine Geschichte. Immer wieder habe ich erfahren, dass Musik ganz konkret zu uns Menschen sprechen kann. Sie tut es in einer Sprache, die uns vielleicht erst einmal fremd erscheint, die aber viel einfacher zu verstehen ist als eine uns unbekannte Landessprache. Verstehen wir sie, so wird das Musikhören zu einem spannenden Erlebnis, das uns ebenso berühren kann wie z.B. ein beeindruckendes Buch oder ein Film.

„Merkwürdig, wenn ich Musik höre … höre ich ganz bestimmte Antworten auf alle meine Fragen…“ Gustav Mahler

„...und die Welt muss ich verachten, die nicht ahnt, dass Musik höhere Offenbarung ist als alle Weisheit und Philosophie.“ Ludwig van Beethoven

Die nächsten Termine

2020

3. Juli Freitag um 17.45 Uhr Volkshochschule Chemnitz im tietz

...wirkt nicht rätselhaft, gibt aber manches Rätsel auf – Beethovens 8. Sinfonie

Anmeldung über VHS Chemnitz erforderlich

9. Juli Donnerstag um 15 Uhr Mendelssohnhaus Leipzig (Goldschmidtstraße 12)

...internationales Ansehen für den Königlichen Hof- und Domchor - Mendelssohn als preußischer Generalmusikdirektor

(Eintritt frei)

Anmeldung erforderlich über Mendelssohnhaus Leipzig

17. Juli Freitag um 17.45 Uhr Volkshochschule Chemnitz im tietz

Johann Sebastian Bachs Johannespassion

Anmeldung über VHS Chemnitz erforderlich

13. August Donnerstag um 15 Uhr Mendelssohnhaus Leipzig (Goldschmidtstraße 12)

Ein Drama oder Kunde schöner Sommertage? – Beethovens 2. Sinfonie

(Eintritt frei)

Anmeldung erforderlich über Mendelssohnhaus Leipzig

Vorankündigung (noch nicht bestätigt)

2. Oktober Freitag um 18 Uhr Bürgerverein Leipzig-Schönefeld (Ossietzkystraße 22)

Geheimnisse um Robert Schumanns Violinkonzert

(Eintritt 5,- pro Person, Ermäßigung möglich)

Über mich

Ich studierte Musikwissenschaft und Erziehungswissenschaft an der Universität Leipzig, absolvierte einen Meisterkurs Klavier bei Elfrun Gabriel und arbeite heute als Korrepetitor (Eurythmie-Begleiter) an einer Leipziger Waldorfschule.

Meine Leidenschaft ist das Entdecken von Musik. Diese gebe ich in meinen Einführungsvorträgen über musikalische Werke weiter, u.a. in meiner Vortragsreihe am Mendelssohnhaus Leipzig oder im Bürgerverein Leipzig-Schönefeld.

Nach zweijähriger Tätigkeit an der Deutschen Zentralbibliothek für Blinde bin ich in der Lage, auch Noten in Brailleschrift zu erstellen und biete Klavierunterricht für Blinde an.

Sie können mich bezüglich Vorträgen oder Konzerteinführungen gerne unter der Telefonnummer 0341 / 64071990 ansprechen oder mir eine E-Mail an schreiben. Über diese E-Mail-Adresse können Sie bei mir ebenso einen Newsletter bestellen, in dem ich über aktuelle Vorträge informiere.

Aus meinen bisherigen Vorträgen

Wer ist Bonaparte? - Rätsel um Beethovens 3. Sinfonie 'Eroica'

Legenden halten sich oft hartnäckig. So auch jene Legende, die ich noch in der Schule lernte und wonach Beethoven seine 3. Sinfonie, die 'Eroica', auf Napoleon Bonaparte geschrieben habe. Aus dem Jahr 1804 ist eine berühmte Partitur-Abschrift überliefert, auf der man die ausradierten Worte "intitulata Bonaparte" ("gewidmet Bonaparte") erkennen kann. Die Widmung an Bonaparte wurde also gestrichen, dennoch erschien die Sinfonie zwei Jahre später mit dem Titel "Sinfonia Eroica composta per festigiare il Souvenire di un grand’ Uomo...", also: "Heldische Sinfonie, komponiert um das Andenken an einen großen Menschen zu feiern."

Es ist bemerkenswert: Das Andenken an einen großen Menschen soll mit dieser Sinfonie gefeiert werden! Und das war nun mit Sicherheit nicht Napoleon... Wer aber dann? Erfahren wir das aus der Musik? - Die Musik verrät es sogar sehr eindeutig. Und sie verrät auch, dass bei der Komposition der selbsternannte französische Kaiser nie eine Rolle gespielt hat. Sondern jemand anderes, ein Mensch, den Beethoven kannte - und von dem er aufrichtig einschätzen konnte: Das ist wahrhaft ein großer Mensch gewesen... Beethoven selbst war mit diesem großen Menschen auf eine merkwürdige und tragische Weise verbunden - dies aufzuarbeiten, war der tiefere Beweggrund für diese Sinfonie.

Die verborgene Architektur in Johann Sebastian Bachs "Matthäuspassion"

Sie ist unumstritten die größte aller Passionsvertonungen, Johann Sebastian Bachs "Matthäuspassion". Man könnte ganze Tage damit verbringen, auf die vielen musikalischen Details aufmerksam zu machen, mit denen Bach musikalisch den Evangelientext (Matthäus, Kapitel 26 und 27) ausdeutet. Zugleich weist ihre zweiteilige Architektur eine Besonderheit auf: der erste Teil hat eine deutliche Symmetrie, beginnt und endet auf derselben Tonstufe, und er hat eine hervorgehobene Mitte. Doch der zweite Teil endet auf einer ganz anderen Tonstufe als er begann - und eine Symmetrie ist nicht erkennbar. Aber es gibt eine Möglichkeit, die beiden Teile so zu verbinden, dass sie eine geniale Architektur ergeben. Und diese ist kein Selbstzweck, sondern offenbart eine Aussage, die etwas mit jedem von uns zu tun haben kann...

Erinnerungen an eine entschwundene Zeit - Mendelssohns "Schottische Sinfonie"

Es gibt verschiedene Zugänge zu Mendelssohns "Schottischer Sinfonie", seiner Sinfonie in a-Moll. Man kann sie als ‚absolute’ Musik hören, als rein musikalische Auseinandersetzung mit einer musikalischen Idee. Manche hören in ihr verschiedene Bilder, Bilder von Landschaften, die im Nebel auftauchen und wieder verschwinden... Wieder andere entdecken in ihr Szenen aus der schottischen Geschichte oder aus damit zusammenhänender Literatur, z.B. Schillers 'Maria Stuart'. Es ist alles legitim, denn was jemand aus der Musik heraus hört ist eine ganz individuelle Angelegenheit. Ich entdeckte in der schottischen Sinfonie eine Philosophie, ein Nachdenken über etwas, dem wir alle unterworfen sind: ein Nachdenken über die Vergänglichkeit. Es ist ein ganz persönlicher Zugang zu dieser Musik, wobei ich natürlich nicht behaupte, dass Felix Mendelssohn es explizit so gemeint hat. Aber es ist schlüssig - und so rückt die von seiner Schottland-Reise inspirierte Sinfonie ganz nah an unser Leben...